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Koschutahaus (1279 m)

Das Koschutahaus, Generationen von Wanderer und Bergsteigern auch als „Naturfreunde-Haus“ ein Begriff, ist der wichtigste Stützpunkt auf der Koschuta-Nordseite.

Anfahrt/Ausgangspunkt

Das Koschutahaus ist über Zell-Pfarre auf der Mautstraße direkt erreichbar.

Zufahrt zum Ausgangspunkt auf schmaler, von der Waidischer Landesstraße abzweigender, das ehemalige Gasthaus Skarbina (Male-Bauer, 1069 m, Zell-Mitterwinkel) erreichender Straße

Tour

Auf breitem Güterweg sanft ansteigend zur Male-Alm (1232 m), wobei der Breite Gupf (Tolsti vrh, 1551 m) umgangen wird. Großartige Sicht in die Koschuta.

Von der Alm rasch auf den bewaldeten Pischenzasattel (1390 m) und – ziemlich steil – den Wänden der Windhöhe (1999 m) und Hohen Spitze (2044 m) zu. Es folgt eine landschaftlich äußerst reizvolle Karquerung. Unter dem Lärchenberg bzw. Lärchenturm wendet sich das Steiglein nach Nordwesten, wobei einige Male die Hände zur Abstützung Verwendung finden; als Bewahrer des Gleichgewichts fungieren ein paar Meter Drahtseil. In steilem, doch problemlosem Abstieg zum Koschutahaus.

 

Charakter der Tour

  • Leicht.
  • Im brüchigen Felsbereich Vorsicht geboten.
  • Durchgehend markiert; man befindet sich auf einem Weitwanderweg, dem insgesamt 805 Kilometer langen Kärntner Grenzweg.

Zeiten

Male Bauer – Koschutahaus: 2 ½ Stunden

Geschichte

Der Baubeschluss wurde 1923 von den „Naturfreunde“-Ortsgruppen Klagenfurt und Feistritz gefasst. Nach zähen Verhandlungen mit der Wittgensteinschen Forstverwaltung gelang es 1925 ober Zell-Pfarre, am südlichen Rand der Alm Kalte Aue (Mrzli log) auf die Dauer von 99 Jahren Grund zu pachten. „Naturfreunde“-Gau und –Reichsleitung schalteten sich ein; die Kosten wurden mit 50.000 bis 60.000 Schilling veranschlagt. Die Kärntner Landesregierung bewilligte ein Darlehen in Höhe von 20.000 Schilling, und nicht unerhebliche finanzielle Zuwendungen langten von der Arbeiterkammer ein. Im Herbst 1931 war das Haus so weit fertig, dass man zur Besichtigung schreiten konnte. Bis Ende Mai 1932 wurden bereits 500 Nächtigungen verzeichnet; Die Eröffnung erfolgte am 17. Juli 1932.

In einem 1994 an den Verfasser gerichteten, mit alpinhistorisch wichtigen Details versehenen Brief erinnert sich einer der seinerzeitigen „Baustrategen“, Ing. Viktor Pretterebner, Vertreter einer glanzvollen Reihe von Karawankenerschließern: „Die Zeiten waren sehr schlecht, wir jungen Leute zumeist arbeitslos.“ Pretterebner war an der Errichtung des Koschutahausees und beim Bau diverser Steige beteiligt. Seine „Handschrift“ trägt beispielsweise der auf den Koschutnikturm führende ÖTK-Klettersteig.

Nachdem in den dreißiger Jahren der Austrofaschismus zum Schlag gegen die sozialdemokratische Arbeiterpartei ausgeholt hatte, erfolgte eine erste Auflösung der „Naturfreunde“ und, wie andere Schutzhütten, es wurde auch das Koschutahaus beschlagnahmt. Anstelle der „Naturfreunde“-Organisation setzten die Machthaber des Ständestaates einen sich „Bergfreunde“ nennenden Verein ein. Mit dem – von so vielen Zeitgenossen begrüßten – Überfall Hitlers auf Österreich gelangte das Koschutahaus in das Eigentum des „tausendjährigen“ Reiches, und erst nach zwölfjähriger Nichtexistenz vermochten sich die „Naturfreunde“ – im Herbst 1945 – wieder unter der alten Fahne zu sammeln.

Koschutahaus (1279 m)
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